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Michael Huebmer

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Samstag, 4. August 2018, 12:56

Geschichte von MacroSystem

MacroSystem 1990Das Unternehmen wurde in 1990 als „MS MacroSystem Computer" mit Sitz in Herdecke/Deutschland gegründet, also lange bevor an eine non-lineare Videonachbearbeitung zu denken war. Folglich hatte das erste Produkt auch wenig mit dem Thema Video zu tun: Es handelte sich dabei um einen Atari-Emulator für den Amiga mit dem Namen Medusa. Weitere Produkte für den Amiga-Hersteller Commodore folgten.

Bereits ein Jahr später kam es dann zum ersten Kontakt mit dem Medium Video. Mittlerweile von einer GbR zur GmbH gewachsen, stellte MacroSystem 1991 die DeInterlace-Karte für den Amiga vor und landete damit einen großen Hit. Angespornt von der "Faszination Video" entwickelte das Unternehmen 1992 den wohl erfolgreichsten Video-Digitizer seiner Zeit, Vlab genannt. Nur ein Jahr später folgte mit den Produkten Maestro und Toccata der Einstieg in die digitale Audiowelt.


Aufbruch zu neuen Ufern
Das erste komplette Bewegt-Videonachbearbeitungssystem Vlab/Motion brachte für MacroSystem im Jahr 1994 den endgültigen Durchbruch in der digitalen Videobearbeitung. Parallel dazu vollzog sich die vielleicht einschneidenste firmeninterne Veränderung: Aus dem Hardwareproduzenten wurde der Softwareentwickler MacroSystem, der mit MovieShop, der ersten hauseigenen Video Editing-Software, seine Feuertaufen ausgezeichnet bestanden hatte.


Das erste eigene Komplettsystem
DraCo Logo1994 löste sich MacroSystem von der Zusammenarbeit mit Commodore: es wurde ein eigenes Komplettsystem konzipiert. Mit dem Videonachbearbeitungssystem DraCo gelang ein großer Erfolg, der von der Fachwelt begeistert aufgenommen wurde. Mit diesem Gerät wurde gleichzeitig die Basis für Casablanca geschaffen, dem künftigen Top-Modell von MacroSystem.


Applaus bei der Premiere
MacroSystem 2000Als Casablanca 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, befand sich MacroSystem plötzlich in einer einzigartigen Situation. Es war keine direkte Konkurrenz in Sicht. Entsprechend irritiert reagierte der Markt, der bislang nur auf die klassische lineare Videonachbearbeitung ausgerichtet war.

Die Medien erkannten die Vorzüge des neuen Systems sehr schnell und bereiteten dem Siegeszug von Casablanca den Weg. In den Folgejahren konzentrierte sich MacroSystem auf die Optimierung der Software sowie auf die Entwicklung weiterer Zusatzprodukte. Gleichzeitig wurden neue Hardwarekomponenten ins Programm aufgenommen.

Im März 2000 auf der Photokina wurde dann schon mit dem Casablanca Avio die Nachfolgegeneration vorgestellt. Ende 2000 folgte dann die Erweiterung des oberen Segments mit dem Casablanca Kron.

Im Juli 2002 konnte mit dem Casablanca Prestige ein weiteres Allround-Talent in die Familie der Casablanca Modelle aufgenommen werden.


Ein neues Kapitel beginnt
Im Frühjahr 2004 präsentierte MacroSystem die Weltneuheit Casablanca Solitaire. Dieses hochkarätige Komplettsystem zur Videonachbearbeitung wird zukünftig die Spitze der Casablanca Produktserie darstellen und damit auch Vorreiter für innovative Technologien sein. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen u.a. die moderne Hardware-Architektur mit besonders leistungsstarken Prozessoren und die automatische Hintergrund-Berechnung  von Effekten. Dies sorgt für einen regelrechten Quantensprung in der Bearbeitungsgeschwindigkeit.

Darüber hinaus besticht das System mit einer Ein-Knopf Backup-Lösung zur besonders komfortablen Datensicherung und der Möglichkeit zur Integration einer tragbaren Festplatte, die sich direkt an einen handelsüblichen DV-Camcorder anschließen lässt. Abgerundet wird das Gesamtkonzept von einem einzigartigen Gehäusedesign, das vor allem durch die "Cube-Form" und die hochwertige Glasfront mit integriertem Display sowie berührungssensiblen Schaltflächen für Aufsehen sorgt.


Casablanca für Jedermann
Im März 2005 führt MacroSystem das Casablanca Claro für einen Preis von unter € 1000,- ein. Noch nie gab es ein Casablanca so günstig.


Der große Schritt in den Bereich Home Entertainment
Seit Oktober 2005 liefert Macrosystem das erste Produkt für den Bereich Home Entertainment: MacroSystem Enterprise. Dies war ein großer Schritt und eine große Investition für das Unternehmen. Die Fachpresse hat das Gerät in den ersten Berichten und Tests bejubelt – ein viel versprechender Start in ein neues Marktsegment.


Da das Unternehmen nach ca. 6 Millionen Euro Entwicklungskosten für ein adäquates Marketing aber keine ausreichenden finanziellen Mittel mehr hatte, wurde ein strategischer Investor gesucht und in 2006 auch gefunden: Harman International. Im Laufe des Jahres 2007 wurden entsprechende Verträge unterschrieben. Im Frühjahr 2008 tauschte Harman jedoch den gesamten Vorstand aus und der neue Vorstand verfolgte andere strategische Ziele. Es kam zur Beendigung der Zusammenarbeit und die bereits fertig entwickelten Produkte wurden unter dem Markennamen der MacroSystem Digital Video AG auf den Markt gebracht. Die erste Präsentation erfolgte auf der IFA 2008.

Die weltweite Finanzkrise
Eine mehrmonatige Lieferverzögerung seitens des Hauptlieferanten wichtiger Bauelemente führte ab Mitte Oktober 2008 zu erheblichen Umsatzausfällen, die das Unternehmen in eine massive Liquiditätskrise brachte. Am 17.12.2008 musste der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt werden. Der Geschäftsbetrieb wurde im eröffneten Verfahren aufrecht erhalten und im Dezember 2009 gab die Loewe AG aus Kronach bekannt, bei der MacroSystem Digital Video AG eine Mehrheitsbeteiligung von mindestens 75 % der Aktien zu übernehmen.

MacroSystem übersiedelt nach Kronach
MacroSystem 2011Im Jahr 2010 liefen dann die ersten in Kronach gefertigten Casablanca-3 Modelle S-3000/6000, SL-1000 und die Home-Entertainment Modelle DVC-1500/3000 und Streamcorder vom Band. Während die früheren Enterprise MAX Modelle schon als "Energiesparmeister" von der Fachpresse ausgezeichnet wurden, konnte das DVC-3000 mit der 2012 auf den Markt gekommenen RelaxVision 5 Software vom Magazin "SATVISION" den Titel "Bester Receiver aller Zeiten" erobern. Auch die neuen Casablanca-3 Topaz und Karat Modelle erfreuten sich 2013 großer Beliebtheit - während die Nachwirkungen der Finanzkrise den neuen Haupteigentümer Loewe immer noch starke Umsatzrückgänge im TV Bereich bescherten. Diese hatte auch negative Auswirkungen auf die MacroSystem Entwicklung, da viel Personal für Loewe Projekt-Entwicklungen abgezogen wurden und kaum Mittel für den Videoschnitt-Bereich zur Verfügung standen. Das musste sich ändern...

MacroSystem Fachhändler gründet die MacroMotion GmbH
Die MacroSystem Digital Video GmbH übergab mit Wirkung zum 01.04.2013 den Geschäftsbereich Videoschnitt und Home-Entertainment an das damals in Kiel ansässige Unternehmen MacroMotion GmbH. Am 1. Oktober 2013 folgte dann die Planinsolvenz der Loewe AG, was gleichzeitig auch zur endgültigen Insolvenz und Liquidierung der MacroSystem Digital Video GmbH führte. Alle Hardware Reparaturen und Service-Arbeiten werden seither von der 4DiMotion GmbH durchgeführt.

MacroSystem 2012Die MacroMotion GmbH übernahm das Kern-Team der "BogartSE Videoschnittsoftware" Entwicklung und konnte Ende 2013 bereits die erfolgreiche Veröffentlichung von Bogart v6 für Windows durchführen. Mit diesem Schritt verabschiedete man sich auch von selbstgebauter Hardware und einem modifizierten Linux-Kern, wie diese noch in Casablanca-3 Modellen zum Einsatz kamen. Inzwischen waren Intel Prozessoren speziell für Video optimiert und Windows wesentlich bedienungsfreundlicher als frühere Fassungen. Perfekt zusammengestellte und optisch ansprechende Videoschnittsysteme kamen 2014 auf Windows Basis als Casablanca-4 auf den Markt und viele Anwender vollzogen Zug-um-Zug den Wechsel auf die neue Plattform. Die Home-Entertainment-Systeme können nur noch eingeschränkt an aktuelle Änderungen in der SAT-Ausstrahlung angepasst werden, da die Entwickler von RelaxVision teils zu Loewe und teils zu anderen Unternehmen gewechselt haben. So manche RelaxVision Standardfunktion wird seither in Loewe TVs implementiert und dort weiter entwickelt.

Die S.H.I.E.L.D. Agency e.U. übernimmt die Service-Hotline
Im Jahre 2014 vom ehemaligen Geschäftsführer und Prokuristen der MacroSystem Niederlassungen Österreich+Schweiz gegründet, übernahm die S.H.I.E.L.D. Agency mit 01.01.2017 die Hotline für Kunden aus Deutschland. Damit werden nun alle Software-Fragen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein an einer zentralen Stelle bearbeitet und reproduzierbare Fehler bei Bedarf an die MacroMotion Entwicklung gemeldet.

:love: Danke an dieser Stelle an alle jahrelangen Fans von Casablanca und Bogart, die teilweise schon als "Anwender der ersten Stunde" dem Konzept von sehr einfacher Bedienung anstatt Tausender Effekte treu geblieben sind :!: Und Danke an alle Anwender, welche BogartSE erst jetzt für sich entdecken und so mithelfen, die Geschichte auch in den kommenden Jahren immer weiter schreiben zu können. :thumbsup:

Hinweis: Meine Hilfestellung im Forum wird auch durch Werbung unterstützt, welche an dieser Stelle für alle Forum Mitglieder sichtbar ist. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Signatur von »Michael Huebmer« Wie bei allen EDV Systemen, sollte auch bei Casablanca oder DVC Modellen eine regelmäßige Datensicherung erfolgen :!: Auch wenn Festplatten gegenüber optischen Medien die einfachste und preiswerteste Sicherung darstellen: Es ist nie fraglich ob eine Festplatte mal ausfällt - sondern wann :!: (siehe Google Studie ). So hart es klingen mag: ungesicherte Daten sind unwichtige Daten :!: Bei Festplatten Struktur-Fehlern hilft eine Neuinstallation, bei Hardware-Defekten nur noch teure Datenrettungs-Dienstleister . :S

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